Ab wann verwendet man „Europa“ als Begriff?

Anonym

Geschichte

Mitte des 5. Jahrhunderts vor Christus prägte der griechische Historiker Herodot den Begriff „Europa“, wobei er mit diesem vor allem eine geographische Region bezeichnete. Demnach galt Europa als der größte Kontinent der Antike, größer noch als Asien oder Afrika. Als Ethnonym fasste Europa kaum mehr als die Bevölkerung des antiken Griechenlands und seiner Kolonien zusammen.

Auch die altgriechische Sage der gleichnamigen Prinzessin, die von Zeus in Gestalt eines schönen weißen Stieres entführt wurde und gerne als Namensgeberin für den Kontinent herangezogen wird, darf hier nicht unerwähnt bleiben.

Im 8. Jahrhundert nach Christus war es vor allem die Person von Karl dem Großen, der als „pater Europae“ stilisiert wurde, weswegen sich allmählich ein laudativer Gebrauch dieser Erdteilbezeichnung etabliert hatte. Nach dem Fall von Konstantinopel im Jahr 1453 begann sich allmählich auch eine humanistische Europaidee zu etablieren. Europa wurde mit dem Christentum gleichgesetzt. So prägte der Humanist Enea Silvio Piccolomini den Begriff des „europäischen Hauses“. Beginnend mit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts etablierten sich vermehrt Begrifflichkeiten, die den Zweck hatten Europa als für sich alleinstehend bzw. sich abgrenzend darzustellen, was vor allem durch religiös-politische Ideen motiviert war. 

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