Woher hatte Byzanz seinen Vorsprung in der Kunstfertigkeit, etwa der Technik, Seidenstoffe zu verarbeiten? Kam dieser aus Handelsbeziehungen und Kulturtransfers mit anderen Reichen?

Gunnar

Wissenswertes

Nichts war im Westen so begehrt wie byzantinische Seide, von deren aufwendiger Herstellung man im Westen bis ins Spätmittelalter keine Kenntnis hatte. Typisch für den Umgang mit byzantinischen Seidenstoffe im Westen war, dass sie entweder zur Herstellung von liturgischen Gewändern verwendet oder aber zerteilt und zum Umhüllen von Reliquien benutzt wurden.

Im Byzantinischen Reich dürfte die Seidenproduktion, die ihre Ursprünge im östlichen und zentralen Asien hatte, spätestens ab dem 6. Jahrhundert geläufig gewesen und über die Jahrhunderte perfektioniert worden sein. Die einzigartigen materiellen und optischen Qualitäten von Seidengewändern machten sie in den Augen westlicher Eliten zu einem höchst begehrten Gut, durch das man sich von seinesgleichen abheben konnte. Die bisweilen geäußerte Kritik westlicher Autoren, die sich über das Tragen „griechischer“ Kleider empörten, scheinen wenig Widerhall gefunden zu haben.

Die Mehrzahl heute noch existenter byzantinischer Seiden hat sich in den Schatzkammern westlicher Kirchen erhalten, da sie ihre Träger sogar bis in den Tod begleiteten und nicht selten selbst den Status von Heiligtümern erlangten – so etwa die Gewänder von Papst Clemens II. in Bamberg.  

In Konstantinopel legte man zudem großen Wert darauf, schon die Herstellung, vor allem aber den Export von Rohseiden und fertigen Textilien zu reglementieren. Mit Purpur gefärbte Seiden waren dem byzantinischen Kaiser und dem Hof vorbehalten, aber auch andere hochwertige Seiden durften nicht auf dem freien Markt gehandelt werden.

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