Warum gab es ab dem 5./6. Jh. n. Chr. im Gegensatz zu früher viel kleinere Armeen? Belisar z. B. hat mit nur 15.000 Mann das Vandalenreich zerschlagen. Zur Zeit der Punischen Kriege waren Armeen mit 80.000 Mann unterwegs.

Manuel

Wissenswertes

Die römischen Armeen zur Zeit der Punischen Kriege im 3. Jh. v. Chr. basierten auf einer Mobilisierung aller waffenfähigen Bürger bzw. der Bundesgenossen in Italien, sodass derart große Truppenzahlen in Marsch gesetzt werden konnten. Das Heer des Belisar im 6. Jh. war hingegen mehr oder weniger eine „Berufsarmee“, auch mit einer beträchtlichen Anzahl an Söldnern, etwa von germanischen Nachbarvölkern oder aus Armenien. Wie der schnelle Erfolg Belisars gegen die Vandalen zeigt, konnten diese kleineren „Profi-Armeen“ sehr effektiv agieren und Schlachten auch gegen größere Truppenverbände erfolgreich schlagen. Nach dem ersten Ausbruch der sogenannten „Justinianischen Pest“ in den 540er Jahren mögen aber auch die Bevölkerungsverluste durch die Seuche die Größe der Armeen begrenzt haben. Und mit dem Verlust der reichen Provinzen in Syrien und Ägypten an die Araber im 7. Jh. büßte das Byzantinische Reich auch viel seiner wirtschaftlichen Ressourcen ein; dennoch konnte Byzanz seine verbliebenen Provinzen bis zum 9. Jh. erfolgreich verteidigen und im 10. Jh. sogar noch einmal zur Gegenoffensive übergehen – mit Armeen, die allerdings wieder eher nach tausenden als nach zehntausenden Mann zählten.

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