Hatten die Byzantiner Haustiere und welche haben sie vorwiegend gepflegt bzw. welche Haustiere waren für diese Zeit üblich? Wie war ihr Bezug zu den Haustieren im Allgemeinen?

Dusica Pavlovic

Alltag

Für die Byzantiner waren vor allem Nutz- und Arbeitstiere von großer Bedeutung. Bauern betrieben Weidewirtschaft oftmals neben der Bearbeitung des Ackerbodens und das auch nur im Ausmaß des Eigenbedarfs. Das Vieh (Schweine, Schafe, Esel, Rinder) weidete auf nicht bearbeitetem Land (Gemeindeland), wobei besonders die als Arbeitstiere wertvollen Rinder von hierfür entlohnten Dorfhirten, oft Sklaven bewacht wurden, auch um das Vieh davon abzuhalten, in noch nicht abgeerntete Felder oder Wiesen einzudringen, während die Beweidung nach der Ernte wegen der damit verbundenen natürlichen Düngung erwünscht war. Zur Herdenbetreuung und zum Kampf gegen wilde Tiere hielten ausgebildete Hirtenhunde die Herde zusammen und schützen sie vor Räubern und wilden Tieren. Daher waren auch für die Tötung eines Hirtenhundes rigide Strafen vorgesehen.

Ein Großteil des städtischen Fleischbedarfs wurde durch nomadische Viehzüchter abgedeckt., die ihre Herden in weniger fruchtbaren und daher als herrenlos geltendem Land in Anpassung an die Jahreszeiten von Weide zu Weide trieben. Halbnomadische Viehzüchter wechselten zwischen ihren (jeweils festen) Sommer- und Winterquartieren, wie dies beispielsweise für die Walachen Mazedoniens, Bulgariens und Griechenlands seit der mittelbyzantinischen Zeit bezeugt ist. Gezüchtet wurden vor allem Schafe und Ziegen, die zu bestimmten Zeiten (etwa vor Ostern und anderen kirchlichen Festen, am Ende der jeweiligen Fastenperiode) zur Schlachtung zu den Märkten getrieben wurden. Die Viehzüchter waren zudem für die Städte Lieferanten haltbarer Milchprodukte wie Käse, Rahm, Sauermilch. Schweine waren weniger mobil als Schafe und Ziegen und hatten einen anders gearteten Nahrungsbedarf, weshalb sie zur Nahrungssuche in Wälder getrieben wurden. Schweinefleisch war beliebt und konnte durch Räuchern haltbar gemacht werden. Rinder wurden weniger als Fleischvieh gehalten, sondern waren vorwiegend als Arbeitstiere und als Zugtiere im Einsatz. Dem Lastentransport, vor allem in Handelskarawanen, dienten Dromedare, Maultiere und Esel. Pferde wiederum waren anspruchsvoller in ihrer Ernährung und galten als krankheitsanfälliger. Sie dienten vor allem als Reittiere in ziviler und militärischer Verwendung.

Im Zusammenhang mit der Viehzucht waren die Häute aller Nutztiere, besonders von Schafen und Ziegen, ein wichtiger Faktor der häuslichen und der örtlichen Industrie. Sie waren für die Produktion von Wolle und Leder und dessen vielfältigen Möglichkeiten wichtig: Bekleidung, Gürtel, Schuhe, Zaumzeug, Sättel, Schläuche, militärische Ausrüstung, Dichtungen, Taschen und Wasserbeutel. Zudem bestand ein besonderer Bedarf an Häuten von Lämmern für die Herstellung von Pergament.

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