Welche Zustände im Oströmischen Reich begünstigten die Gründung des Islam?

Dipl.Ing.Anton Mellauner

Geschichte

In der Spätantike war der geographische Raum Arabiens eine eher vernachlässigte Zone im Byzantinischen Reich. Ökonomisch spielt er nur eine untergeordnete Rolle, und auch militärisch hatte man in Rom und später in Konstantinopel kaum etwas zu befürchten. Im arabischen Raum waren im 6. Jh. lediglich die Ghassaniden (ein christlich-monophysitischer Stammesverbund, die Verbündete der Byzantiner waren) und die Lachmiden, ein Herrschergeschlecht auf dem Gebiet des heutigen Irak, von Bedeutung. Der Aufstieg des Islam setzte allerdings erst nach der Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina im Jahr 622 ein. Durch die so genannte Hedschra bewirkte Mohammed die Vereinigung der arabischen Stämme und legte so den Grundstein für den islamischen Eroberungsdrang. All das blieb von den Byzantinern unbemerkt, da diese in kriegerische Auseinandersetzungen mit den Persern verwickelt waren. Nach dem Tod Mohammeds 632 bekriegten sich die arabischen Stämme untereinander, wodurch die Byzantiner nicht von einer ernsthaften Bedrohung ausgingen. 634 ereigneten sich kleinere Einfälle der Araber in byzantinisches Gebiet, welche allerdings auch nicht ernst genommen wurden. 636 kam es schließlich zwischen den Arabern und den Byzantinern zur Schlacht am Jarmuk, in der die Byzantiner von den Arabern besiegt wurden. Die Araber konnten bald die Städte Damaskus, Jerusalem und Antiochia einnehmen und eroberten 642 Ägypten. Literaturtipp: Lutz Berger, Die Entstehung des Islam: Die ersten hundert Jahre. München: C.H. Beck, 2016.

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