Wie stark war der Einfluss von Byzanz auf die Entwicklung der Rennaissance in Italien? War byzantinisches Wissen Ursprung oder eher begleitend für eine Entwicklung, die von woanders initiiert wurde? [...]

Hans Page

Wissenswertes

[...] Weiß man welche byzantinischen Gelehrten und Intellektuellen von Konstantinopel nach Italien umsiedelten und was konkret sie dazu beigetragen haben, um die Renaissance auszulösen? Literaturhinweise auf diese Fragestellungen würden sehr geschätzt werden.

Schon im 14. Jahrhundert intensivierte sich in Italien das (nie erloschene) Interesse an der Antike und den Texten der Griechen und Römer; als einer der Initiatoren der „Wiederbelebung“ der Antike gilt Francesco Petrarca (1304-1374) aus Arezzo in der Toskana. Auch sonst wurde diese Region zu einem Zentrum des „Humanismus“, insbesondere mit Florenz, wo sich bereits 1397 der aus Konstantinopel kommende Gelehrte Manuel Chrysoloras niederließ und begann, Griechisch zu unterrichten. Er ist ein Beispiel für jene Gelehrte aus Byzanz, die schon in den Jahrzehnten vor der Eroberung 1453 den Weg nach Italien fanden. Die seit dem späteren 14. Jh. prekäre politische und wirtschaftliche Lage des Byzantinischen Reiches angesichts der osmanischen Expansion war zwar sicher ein Faktor, der solche Migrationen mitmotivierte; der Fall Konstantinopels 1453 war aber nicht der Auslöser oder gar notwendige Bedingung der Wanderung von Gelehrten und Texten.  Wichtiger waren das neuerweckte Interesse im Westen und die Bereitschaft zumindest eines Teils der byzantinischen Intellektuellen, mit ihren Kollegen in Italien zusammenzuarbeiten bzw. ihr Wissen weiterzugeben.

Literaturtipps:

Christian Gastgeber, Byzanz und die Renaissance. In: Das Goldene Byzanz und der Orient, Ausstellungskatalog. (Schallaburg 2012) 379.

John Freely, Platon in Bagdad. Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam. (Stuttgart 2012)


Mein Besuch

0 Einträge Eintrag

Voraussichtliche Besuchszeit

Liste senden