Bis jetzt habe ich immer gedacht, dass die Kreuzzüge einen viel größeren Einfluss auf das Verhältnis zwischen Mitteleuropäern und Byzantinern hatte. Nämlich in negativer Hinsicht, dass die Pilger als zurückgeblieben und eher als Last wahrgenommen wurden.

Sophie Hausmann

Geschichte

Die Kreuzzüge - vor allem all jene, die den Landweg ins Heilige Land wählten - waren für Byzanz in der Tat eine enorme Belastung, sowohl aus sicherheitspolitischer als auch aus ökonomischer Sicht. Die Sicherung der Wege und die Versorgung der bewaffneten Pilger auf ihrem Weg über den Balkan bis Konstantinopel bzw. auch diverse Rettungsaktionen, später auch Konflikte mit den Kreuzfahrerstaaten selbst banden viele byzantinische Kräfte.
Die gegenseitige Wahrnehmung ist in den Quellen sehr zwiespältig. Es gibt in einigen westlichen Texten den Hang dazu, Misserfolge der Kreuzfahrer den Byzantinern in die Schuhe zu schieben. Byzantinische Autoren äußern wiederholt Bedenken über die große Zahl an bewaffneten Fremden, die das Reich durchwandern.
Eine kulturelle Rückständigkeit der Pilger ist manchmal ein Thema, das aber oft einfach mit traditionellen Klischees zu tun hat. Sehr oft erkennt man in byzantinischen Texten im Gegenteil auch die Bewunderung und das Interesse an der westlichen Ritterkultur, die sich damals zunehmend verfeinerte.

Mein Besuch

0 Einträge Eintrag

Voraussichtliche Besuchszeit

Liste senden