Welche Sprache wurde zur Kommunikation genutzt (zwischen Mitteleuropa und Byzanz) ?

Sophie Hausmann

Wissenswertes

Für die Kommunikation verwendete man in den Kontaktzonen zwischen Griechen und Westeuropäern Latein. Die Bevölkerung des römischen Westens sprach Latein, im Osten bestanden viele verschiedene Sprachen nebeneinander, wenngleich Griechisch dominierte. Wollten die Leute unterschiedlicher Zunge miteinander sprechen oder sich schriftlich austauschen, brauchte es Übersetzer. Die gab es damals zwar, aber Missverständnisse waren natürlich vorprogrammiert. Allerdings gab es aber immer wieder Orte, wo man offenkundig über beachtliche Kenntnisse des Griechischen verfügte und wo auch Übersetzungen initiiert wurden: sei es im normannischen Süditalien, sei es infolge von Unterweisungen durch Griechen oder im griechischen Raum, etwa bei Reisen oder Aufenthalten im Osten. Für die Übersetzungen müssen allerdings auch entsprechende Glossare zur Verfügung gestanden sein.

Wiewohl Latein im Lauf der Zeit gewisse Änderungen der Aussprache erfuhr, entsprach jeder Buchstabe einem Lautwert; das galt nicht für das Griechische. Die Sprachentwicklung hat diesbezüglich zu vielen Änderungen beigetragen. So war beispielsweise ein Eta nicht mehr als langes „e“, der Diphthong Omikron-Iota nicht als „oi“ oder Ypsilon nicht als „ü“ zu lesen; mit dem Phänomen des sogenannten „Itazismus“ hatte sich längst die einheitliche Aussprache „i“ durchgesetzt. Solcher lautlicher Änderungen gab es viele. Darauf nahmen freilich die Grammatiken keine Rücksicht, da sie in der Regel das klassische Griechisch vermittelten. Wenn also ein Lateiner Griechisch lernen wollte, war noch jene Hürde zu überwinden, dass sich die Aussprache längst gewandelt hatte. Ohne Native Speaker war es praktisch unmöglich, die griechische Sprache so zu lernen, dass man eventuell auch kommunizieren konnte.

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