Warum wird das Christuskind in der Ikonographie der Ostkirche bei der Darstellung des melismos manchmal mit Bart dargestellt, welche Art von Bart gibt es dabei und warum mit Bart?

Anonym

Wissenswertes

Der Melismos (gr. zerschneiden) ist Teil der orthodoxen Eucharistie. Die Darstellung des Melismos kommt erst ab spätbyzantinischer Zeit vor und wird in der Regel in der Apsis in  der Mitte der Kirchenväterliturgie dargestellt.  Bei der Eucharistie wird das Brot in vier Teile geschnitten, die in Kreuzform auf die Patene gelegt werden und den Kreuzestod Christi  vergegenwärtigen soll. 
Das menschgewordene Christuskind auf dem Altar und der neben ihm stehende Kelch zeigen den Moment vor der Teilung. Hierbei gibt es verschiedene Darstellungsvarianten. Das Christuskind kann von einem Tuch bedeckt sein oder als Lamm Gottes von einer Lanze durchbohrt sein. Es  gibt auch sehr dramatische Darstellungen, bei denen das Kind (also der Leib Christi in Form des Brotes) sogar zerteilt ist. Eine andere Variante zeigt den schon erwachsenen und somit bärtigen Christus auf dem Altar. Diese Darstellungsvariante nimmt Bezug auf eine spätere Phase der Liturgie: nämlich den Empfang der Eucharistie, also dem Leib Christi, nach der Zerteilung des Brotes = zum Zeitpunkt der Kreuzigung im Erwachsenenalter.

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