In der Wikipedia-Geschichte von Trier heißt es: "Während der Tetrarchie wählte zunächst der Caesar Constantius Chlorus im Jahr 293 Trier zu seiner Residenz. [...]

Johann Maderthaner

Geschichte

[...] Später wurde es von seinem Sohn Konstantin I., der sich zwischen 306 und 324 für mehrere Jahre in der Stadt aufhielt, repräsentativ ausgebaut." Ist dieser Konstantin I. ident mit dem Byzantinischen Kaiser, oder gab es zu diesem Zeitpunkt in West- und Ostrom jeweils einen Kaiser mit dem namen Konstantin? Wie viele Kreuzzüge gab es?

Zur Tetrarchie muss man wissen, dass seit dem 2. Jh. das Römische Reich immer wieder von Bürgerkriegen und Barbareninvasionen erschüttert wurde, weswegen Kaiser Diokletian (284 - 305) beschlossen hatte das Reich in zwei Hälften zu teilen. Diese zwei Hälften wurden ihrerseits wiederum in zwei kleinere Einheiten unterteilt. An der Spitze der beiden Hauptteile standen zwei gleichberechtigte Kaiser, augusti, Diokletian und Maximian. Diokletian selbst behielt die östliche Reichshälfte, mit Sitz in Nikomedia (heute tr. Izmit). Maximian regierte den Westen und residierte in Mailand. Ihnen beigeordnet waren zwei "Unterkaiser" mit dem Titel eines caesar, in diesem Fall Galerius und Constantius Chlorus. Letzterer hatte seinen Sitz in Trier und war der Vater des späteren Konstantin I. (306-337), dem Begründer Konstantinopels. Nach Ablauf der Amtszeit der augusti sollten die beiden Caesaren deren Platz einnehmen und neue Caesaren ernennen. Hinter dieser Anordnung stand die Überlegung, dass die Verteidigung an weit voneinander entfernten Fronten von mehreren Zentren aus erleichtert wird und dass in Zeiten, in denen nur wenige Kaiser am Ende ihrer Herrschaft eines natürlichen Todes starben, eine Usurpation gegen vier Herrscher schwerer als gegen einen einzigen durchzuführen ist. Dieses unter dem Namen "Tetrarchie" bekannte Regierungssystem fiel allerdings schon nach der Abdankung Diokletians und Maximians im Jahre 305 in sich zusammen. Als der Augutus Constantius Chlorus im Jahre 306 starb, wurde sein Sohn Konstantin von seinen Truppen in York zum Kaiser ausgerufen. Nach einer langen Phase von Bürgerkriegen konnte sich Konstantin gegen mehrere Konkurrenten durchsetzen. So regierte er von 324 bis 337 alleine. (Vgl. Claudia Sode, Mabi Angar: Byzanz. Ein Schnellkurs. Köln: DuMont 2010, S. 12f.)

Eine umfassende Zählung der Kreuzzuge zu finden ist leider schwierig. Offiziell spricht man in der Forschung von sieben Kreuzzügen. Allerdings gab es darüber hinaus noch viel mehr kriegerische Auseinandersetzungen. Eine Lesetipp: Nikolas Jaspert: Die Kreuzzüge (Geschichte kompakt. Mittelalter). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 2003.

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