Ist die damalige Eroberung von Byzanz durch die Osmanen möglicherweise mit ein Grund, warum manche Türken die Europäer nicht so mögen und umgekehrt? DANKE

Eva

Geschichte

Diese Frage lässt sich in der Kürze schwierig beantworten, weil die über 1000-jährige gemeinsame Geschichte so viele verschiedene Aspekte beinhaltet, die sich übertragen ließen. Auf sehr allgemeiner Ebene sieht man wunderbar, wieVorurteile und kleinere Dispute damals wie heute von Leuten instrumentalisiert wurden, die ihre eigenen Ziele verfolgten. So rechtfertigten die Kreuzfahrer die Plünderung 1204 auch damit, dass die Byzantiner ja stets die Kreuzzüge sabotiert hätten - was aber nichts anderes als "fake news" waren, die sich seit 100 Jahren hartnäckig gehalten hatten.

Was man von den Byzantinern selbst mitnehmen kann, ist ihre Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, ihre "oikonomia". Die kulturellen Grundpfeiler (römische Tradition, Christentum) sind fest verankert, aber alles andere ist verhandelbar. Auch im Kontakt mit "Fremdem" pflegten die Byzantiner eine ganz pragmatische Toleranz und damit eine für Leute aus dem Westen ungewohnte Offenheit. Der Fanatismus der Kreuzritter war den Byzantinern fremd - sie waren seit Jahrhunderten an der Schnittstelle der Kontinente gewöhnt, Feinde mit anderer Religion zu haben. Im Reich selbst lebten unzählige verschiedene Völker zusammen, in Konstantinopel gab es sogar lateinische Wohnviertel, Moscheen und jüdische Gemeinden. Das wäre im Westen zu dieser Zeit kaum denkbar gewesen.

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