Woher weiß das Team der Schallaburg wo welche Reliquien zu finden sind?

Oliver Lakatha

Wissenswertes

Byzantinische Gegenstände gelangten phasenweise geradezu massenhaft in den Westen und prägten dort die Vorstellung von der Pracht des byzantinischen Kaiserhauses. In Konstantinopel gab es unendlich viel zu bewundern, und der Westen hatte ja nach der Demontage der römischen Staatlichkeit großen Aufholbedarf.
Der Westen stagnierte, der Osten glänzte. Kunstgegenstände, Schmuck, Seide und Reliquien gelangten von Konstantinopel in die Machtzentren des Westens. 
Die lateinischen Kaiser, die von 1204 bis 1261 in Konstantinopel regierten – das byzantinische Reichgebiet hatten die Barone überwiegend unter sich aufgeteilt –, waren schwach und in beständiger Geldnot. Die Venezianer herrschten über ein Drittel des Stadtgebietes und hatten in allen politischen Angelegenheiten das letzte Wort. Sie waren auch die größten Nutznießer der Eroberung Konstantinopels. Zu den byzantinischen Schätzen, die sie schon in früheren Zeiten angehäuft hatten, kamen nach 1204 zahllose Werke, die sie als Trophäen in ihre Heimatstadt verschleppten.
So bemächtigten sie sich der berühmten Bronzerosse vom Hippodrom und stellten sie über dem Hauptportal von San Marco auf. Unter anderem aus der Polyeuktoskirche raubten sie zahlreiche Bauglieder, die ihren Platz an und bei der Markuskirche erhielten.
Auch heute noch finden sich zahlreiche byzantinische Objekte in der Schatzkammer des Markusdoms (Basilica di San Marco) in Venedig.

Über die Jahrhunderte wurde natürlich bekannt wohin welche Reliquien und Schätze aus Byzanz gelangten. Zudem gibt es Dokumente, die den Verkauf oder den Transfer von byzantinischen Reliquien und Kostbarkeiten in den Westen dokumentieren. In der Ausstellung sieht man beispielsweise ja auch eine Urkunde (Kat.Nr. 212), die den Kauf von Reliquien bestätigt.

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