Hatte Arn von Salzburg irgendwelchen persönlichen Kontakt zu Byzanz? Gab es vorher Kontakte von Arn zu Byzanz - z. B. mit bzw. über einen byzantinischen Gesandten?

Willi Reichhold

Geschichte

Arn, vormals Abt der bedeutenden Abtei Saint-Amand (im heutigen Nordfrankreich) und seit 785 Bischof von Salzburg, war eine wichtige Persönlichkeit der Zeit Karls des Großen und danach (bis zu seinem Tod 821). Im Jahr 798 erreichte er anlässlich eines Rombesuchs bei Papst Leo III. die Erhebung Salzburgs zum Erzbistum und begleitete auch Karl 799 nach Rom und war bei der Kaiserkrönung am 25. 12. 800 anwesend. Dieser Akt führte tatsächlich zu heftigen diplomatischen Verwicklungen mit Konstantinopel, das den Alleinanspruch auf das römische Kaisertum vertrat. Erst im Jahr 812 fand man (vorerst) einen Kompromiss, indem Gesandte des byzantinischen Kaisers Michael I. Karl den Großen als „Kaiser“ (griech. basileus) ansprachen, allerdings nicht „der Römer“ (also gleichsam als persönliches Rangattribut Karls ohne Anerkennung seines Anspruchs auf das universelle römische Kaisertum). In diesen diplomatischen Austausch war Arn von Salzburg jedoch nicht involviert; ob er im Umfeld Karls auf byzantinische Gesandte traf, ist ebenfalls nicht überliefert. Einen indirekten Byzanz-Bezug stellt allerdings die in seinem Umfeld um 800 entstandene lateinische Handschrift Codex Latinus 418 der Österreichische Nationalbibliothek dar, die (in lateinischer Übersetzung) die Akten und Beschlüsse des Sechsten Ökumenischen Konzils, das 680/681 in Konstantinopel stattfand, enthält.

Zu einer direkten Konfrontation Salzburgs mit Vertretern der byzantinischen Kirche kam es dann 870, als Erzbischof Adalwin von Salzburg (859–873) gemeinsam mit Bischof Hermenrich von Passau (866–874) und Bischof Anno von Freising (854–875) den Missionar Methodios (Bruder des mittlerweile verstorbenen Kyrill) und seine 20 Begleiter auf dem Weg aus dem Großmährischen Reich nach Rom gefangen nehmen ließen, da sie angesichts der Mission aus Konstantinopel um ihren kirchlichen Einfluss im östlichen Grenzraum des fränkischen Reiches fürchteten. Methodios und seine Gefährten wurden auf einer Kirchenversammlung in Regensburg dann formell verurteilt und bis 873 im Kloster Reichenau im Bodensee in Haft gehalten.

 


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