Welche Bedeutung hat die Orgel in dieser Ausstellung?

Christian Landerl

Ausstellung

Die Orgel, die man in der Ausstellung sehen kann, ist eine wissenschaftliche Rekonstruktion einer byzantinischen Doppelorgel.

Laut Schriftquellen wurde die Orgel im 3. Jahrhundert v. Chr. von einem Ingenieur namens Ktesibios im heutigen Ägypten erfunden. In der römischen Antike diente sie vor allem der musikalischen Umrahmung von Sportveranstaltungen und wurde außerdem im Theater, in der Arena und in Byzanz bis in das 7. Jahrhundert im Zirkus eingesetzt. Im mittelalterlichen Byzanz kam der Orgel hoher Stellenwert im Hofzeremoniell zu. Das Instrument spielte auch eine große Rolle beim Kulturtransfer sowie in der Diplomatie. Als Staatsgeschenk gelangten Orgeln an den karolingischen Königshof. Spätestens im 9. Jahrhundert ließ der Aachener Hof in Eigeninitiative eine Orgel bauen. Das trug dazu bei, das eigene Prestige an das des Ostens anzugleichen. Textstellen aus der Mitte des 10. Jahrhunderts lassen erstmals auf eine Verwendung der Orgel in der Liturgie schließen. Diese Praxis scheint sich im 14. Jahrhundert vollständig etabliert zu haben. Allerdings blieb der Orgelgebrauch in der Kirche ausschließlich auf den Westen beschränkt. Dieser spielbare Nachbau einer Orgel wurde vorrangig nach Bild- und Textquellen des Mittelalters entworfen und konstruiert; dabei flossen auch Informationen aus älteren archäologischen Funden der Antike ein. Im Rahmen der Experimentellen Archäologie dienen solche Rekonstruktionen, Nachbauten oder auch Modelle in der Regel der Klärung einer oder mehrerer klar definierter Fragen bzw. Thesen, werden also innerhalb von Testreihen und Versuchen verwendet.

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