Wo lagen die Gründe für den mannigfaltigen Opportunismus und das häufige Seitenwechseln der Byzantiner, beispielsweise während der Kreuzzüge? Wann büßten sie ihre militärische Schlagkraft ein?

Mat

Geschichte

Das byzantinische Reich war seit der Mitte des 11. Jahrhunderts angeschlagen. Thronkämpfe schwächten das Reich im Inneren; Militär wurde abgebaut, die einst ruhmreiche Flotte war praktisch nicht mehr vorhanden. Dazu kamen ständige Mehrfrontenkriege (ab den 1070ern gegen die Seldschuken im Osten und gegen die Normannen im Westen). Um zu überleben, mussten unter größtem finanziellen Aufwand Söldner engagiert werden - auch Ritter mit ihrem Gefolge. Der "Opportunismus" der Byzantiner war nicht immer selbst gewählt. Von Anfang an gerieten die Byzantiner häufig zwischen die Interessen der Kreuzfahrer und der muslimischen Mächte. Die byzantinische Politik ging traditionell den ökonomischsten Weg und das schloss Bündnisse auch mit Muslimen oder das Rekrutieren ihrer Kämpfer mit ein - völlig zum Unverständnis der radikalisierten Kreuzfahrer. Sogar Waffenstillstände legten die Ritter den Byzantinern als Verrat aus. Viele andere westliche Vorwürfe waren einfach die Folge von unglücklichen Missverständnissen. Ein wirkliches byzantinisch-muslimisches Bündnis entstand erst im Vorfeld des 3. Kreuzzugs - nur muss man fairerweise sagen, dass die Byzantiner mit ihren westlichen "Glaubensbrüdern" zu diesem Zeitpunkt schon häufig äußerst schlechte Erfahrungen gemacht hatten und eine gemeinsame christliche Front schon mehrfach gescheitert war (wofür beide Seiten verantwortlich waren).

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