Wie konnte das Osmanische Reich die Byzantiner besiegen?

NIcolas Klatzer

Geschichte

In den Monaten Februar und März des Jahres 1453 wurde osmanisches Kriegsgerät und Vieh herbeigeschafft, bis schließlich das Lager des Sultans gegenüber des byzantinischen Stadttores, der Romanos-Pforte, aufgeschlagen wurde. Die Belagerung begann am 7. April und sollte sieben Wochen andauern. Die Osmanen konnten schnell erste Erfolge für sich verzeichnen. Am 21. April war ein Teil der Stadtmauern um den Kern der Verteidigung, der Romanos-Pforte, bereits zerstört. Nach einigen Niederlagen befahl Mehmed die osmanischen Kriegsflotten mittels einer Bretterrutsche in den Hafen gleiten zu lassen. Dennoch hatten die Griechen mit einem Sturmangriff von Landseite her zurechnen. Doch gerade diese Mauern der sechs Kilometer langen Landbefestigungsmauern waren dreimal so dick als die Stadtmauern der Seeseiten. Die kleine Verteidigerzahl musste auf die Landfront konzentriert werden, während die Wachtposten der Seefronten oftmals nur mit einer Wache bzw. einem Mönch besetzt wurden. Die wenigen Hilfstruppen mussten auf diese Positionen aufgeteilt werden. Doch auch die Byzantiner arbeiteten an einer anderen Taktik: Indem sie die Breschen der Mauern mit allerlei Material auffüllten, versuchten ihre dünn besetzten Verteidigungslinien aufzubessern. Die Sturmangriffe der Osmanen am 7. und 12. Mai brachten nicht den erhofften Sieg. Mehmed sandte eine Gesandtschaft mit einer Botschaft an den Kaiser, dass im Falle einer Kapitulation jedem byzantinischen Bürger die Versklavung erspart bliebe. Aber der Kaiser blockte ab, obwohl er sich seiner aussichtslosen Situation durchaus bewusst war. Mehmed setzte darauf das Datum für den Generalangriff fest: 29. Mai 1453. Die Osmanen, ihres Sieges schon im Vorhinein bewusst, kämpften mit ihrer gewohnten Taktik, in der sie den Feind glauben ließen, er habe gesiegt. So wurden zunächst auch die schwächsten Truppen voran geschickt, die von den Griechen besiegt wurden. Dies hatte auch zum Ziel, dass die Kräfte der Griechen rapide ausgeschöpft werden sollten. Mit Tagesanbruch wurde Konstantinopel von allen Seiten umkämpft und beschossen. Sowohl die Landfront als auch die Seefronten wurden stürmisch angegriffen und umkämpft. Doch die Stadt schien auch diesmal den Angriffen zu trotzen. Erst unglückliche Umstände verhalfen den Osmanen zum Sieg: Es trug sich zu, dass ein paar Janitscharen in die Stadt gelangen konnten, da man vergessen hatte, die Romanos-Pforte nach einem Ausfall erneut zu versperren. Gleichzeitig wurde einer der tüchtigsten Verteidiger, ein genuesischer General namens Giovanni Giustiniani-Longo, schwer verwundet von dem Kampffeld abtransportiert. Der Sultan bemerkte die Verwirrung der Griechen und nutzte diese zu seinen Gunsten aus, blies erneut zum Sturm, und die Janitscharen stürmten die Stadt und sogleich krönten die Osmanen die Zinnen mit der Fahne des Propheten. Konstantinopel war erobert.

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