Was war die Stellung der kroatischen Fürsten und Könige zwischen dem Westen und Byzanz?

Virginia Vila-Nardelli

Geschichte

Berichte über die Migration der Kroaten in die früheren römischen Provinzen Pannonien und Dalmatien im 7. Jh. haben wir zuerst in den Texten des byzantinischen Kaisers Konstantin VII. Porphyrogennetos (reg. 913-959). Erste kroatische Fürstentümer sind ab dem späten 8. Jh. fassbar und befanden sich damals im Grenzgebiet zwischen byzantinischer Macht und der Einflusssphäre des Reiches der Franken, das unter Karl dem Großen zum Konkurrenten von Byzanz aufstieg. Auch die verschiedenen kroatischen Fürsten versuchten aus dieser Zwischenstellung Vorteile zu erringen, dennoch entschied man sich im 9. Jh. zur Annahme des Christentums aus Rom (und nicht aus Konstantinopel). Auch die Annahme des Königstitels durch den kroatischen Fürsten Tomislav im Jahr 925 wurde durch den Papst anerkannt. Dennoch blieb Kroatien in engeren Beziehungen zu Byzanz und musste, als die byzantinische Vormacht in Südosteuropa nach den Siegen über das Bulgarenreich wiederhergestellt war, im späteren 10. Jh. zeitweilig dessen Oberhoheit anerkennen. Auch nach der 1102 etablierten Personalunion zwischen den Königreichen Kroatien und Ungarn blieben die Grenzgebiete in Dalmatien und Slawonien mit Byzanz strittig, insbesondere unter Kaiser Manuel I. Komnenos (reg. 1143-1180), ehe nach dessen Tod die byzantinische Macht auf dem nördlichen Balkan zusammenbrach. Trotz dieser oft unruhigen Beziehungen war der kulturelle Einfluss des byzantinischen Reiches auch in Kroatien, vor allen an der Adriaküste, stark spürbar.

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