Seit wann ist der Hl. Georg nicht mehr heilig? Wer hat das veranlasst und mit welcher Begründung?

Sigenot Hartl

Alltag

Der Hl. Georg soll im 3./4. Jh. n. Chr. während der Regierungszeit Kaiser Diokletians (reg. 284 - 305) gelebt haben. Er wurde in Kappadokien als Sohn vornehmer Eltern geboren. Da er sich schon als Knabe für das Militär begeistern konnte, wurde er später Offizier und hoher Beamter unter Kaiser Diokletian. Er soll als besonders tapfer und unerschrocken gegolten haben. Als die Christenverfolgung ausbrach, stand Georg tapfer zu seinem Glauben, obwohl er grausame Folter erdulden musste. Dennoch bewies er Mut und Durchhaltevermögen und betete sogar für seine Peiniger, woraufhin der erzürnte Kaiser ihn - da er Georgs Willen nicht brechen konnte - enthaupten ließ.

In den deutschsprachigen Ländern verehrt man Georg als einen der vierzehn Nothelfer. Er gilt zudem als Schutzpatron Englands, mehr als 150 Kirchen sind dort nach ihm benannt. Auch König Richard Löwenherz hatte ihn zu seinem persönlichen Schutzpatron erwählt. Der heilige Georg gilt als Schutzpatron der Reiter und der Bauern. Er wird als Ritter mit der Lanze, einen Drachen tötend, dargestellt. Im Jahr 2005 wurde der Hl. Georg vom Tiroler Landtag zum neben dem Hl. Joseph zum zweiten Landespatron erklärt.

Es ranken sich im Allgemeinen viele Legenden und Mythen um den Hl. Georg. Als die römisch-katholische Kirche als eines der Ziele des Zweiten Vatikanischen Konzils eine Reform des Heiligenkalenders im Jahr 1969 durchführte, entschied man den Hl. Georg aus dem katholischen Generalkalender zu streichen. Dies geschah aufgrund der legendären Person des Hl. Georgs - man war sich einfach nicht mehr sicher, ob denn der Hl. Georg tatsächlich gelebt und gewirkt hat. 1975 revidierte man aber diese Entscheidung und der Hl. Georg wurde erneut in den Heiligenkalender aufgenommen. Sein Gedenktag ist bei den meisten christlichen Kirchen der 23. April. In der orthodoxen Kirche wird der Hl. Georg auch als Groß - bzw. Erzmärtyrer verehrt. 

Darstellungen vom Hl. Georg, der auf einem Schlachtross sitzt und einen Drachen tötet, waren häufig in der Mittelmeerregion anzutreffen. Dessen Kampf mit dem Drachen wurde oft als Allegorie auf den Kampf zwischen Christentum und Islam umgedeutet. Er war daher eine zentrale Figur im Weltbild der christlichen Kreuzfahrer.


 

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