Wieso bestand das Heilige Römische Reich aus so vielen Ländern?

Nicolas Klatzer

Geschichte

Karl der Große wird als Begründer des Frankenreichs angesehen. Das Jahr 800 markiert hier vor allem eine Zeitenwende in Europa. Das Frankenreich hatte unter Karl dem Großen seinen Zenit erreicht. Dessen Sohn Ludwig der Fromme erbte das Gesamtreich, konnte aber interner Machtkämpfe nie Herr werden und wurde zwei Mal sogar entmachtet. 843 erfolgte die Aufteilung des Reiches zu je einem Drittel unter seinen Söhnen (Westfränkisches Reich, Ostfränkisches Reich, Lotharingien mit Italien), wobei Lotharingien 870 geteilt und den beiden anderen Reichsteilen zugeschlagen wurde. Damit waren zumindest imGroben wichtige Grenzen gezogen, die für die europäische Geschichte bestimmend
bleiben sollten. Im Westfränkischen Reich traten die Kapetinger an die Stelle der Karolinger und regierten das Königreich Frankreich in direkter Linie bis ins 14. Jahrhundert. Im Ostfränkischen Reich etablierten sich nach einem Zwischenspiel die Ottonen (Liudolfinger) als Nachfolgedynastie. Mit der Kaiserkrönung von Otto I. (reg. 936–973) im Jahr 962 wurde nun auch das Erbe Karls des Großen
dauerhaft auf das Ostfränkische Reich übertragen („Heiliges Römisches Reich“). Otto I. knüpfte, ermächtigt durch die Kaiserkrönung, an die Idee des Römischen Imperiums an. Ihm gelang es schließlich die Reichsteile zu vereinigen, indem er Italien eroberte und sein Reich nach Norden und Osten ausdehnte. Das HRR wurde aufgrund seiner Zusammensetzung nie ein einheitlicher Nationalstaat, sondern ihm standen Institutionen vor, die aus Reichsständen und dem Kaiser an der Spitze bestanden. In seiner größten Ausdehnung umfasste das HRR das Gebiet um das heutige Mitteleuropa sowie Teile Südosteuropas.

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