Gab es Beziehungen zwischen dem Byzantinischen Reich und Korea?

Ariadne Steinberger

Geschichte

Während es zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. vereinzelte Belege für die Präsenz von Händlern und Gesandten aus dem römischen Reich in China gibt, ist die Quellenlage für die späteren byzantinischen Jahrhunderte weniger eindeutig, sodass direkte (diplomatische) Kontakte zwischen Byzanz und dem Fernen Osten zweifelhaft bleiben. Objekte gelangten aber aus China (z. B. Seide) bis in den byzantinischen Raum bzw. umgekehrt (z. B. byzantinischen Münzen oder Glas). Auch einzelne Kaufleute mögen fast die gesamte Distanz zwischen dem Fernen Osten und dem Mittelmeer zurückgelegt haben, so fanden sich in einem Gräberfeld im nordwestlichen Kaukasus Aufzeichnungen eines chinesischen Händlers aus dem 8. Jahrhundert. Wohl über China gelangten spätrömische und byzantinische Objekte, wie etwa Glasgefäße, ins koreanische Königreich von Silla (wo man sie bei Ausgrabungen fand) und von Korea auch weiter nach Japan, wo sie bis heute im Shōsō-in-Schatzhaus (8. Jh.) des berühmten Tōdai-ji-Tempels in Nara aufbewahrt werden. Direkte diplomatische Kontakte zwischen Konstantinopel und diesen Ländern sind aber ebenso unwahrscheinlich. Arabische Kaufleute und Gesandte gelangten, vor allem auf dem Seeweg, hingegen ab dem 8. Jh. in größerer Zahl nach Ostasien, und arabische Quellen erwähnen im 9. Jh. auch „al-Sila“ als Reich auf der koreanischen Halbinsel.

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