Wie waren die Längsachsen der byzantischen Kirchen orientiert, in der römischen Kirche sind die Kirchen seit dem Mittelalter West-Ost orientiert (Altar im Westen), angeblich ist dies seit dem Rolandslied üblich.

Hans Salzer

Wissenswertes

Zu Beginn war die östliche Ausrichtung der Kirchenbauten nicht von Bedeutung. Aber im 5. Jh. wurde es allmählich zur Gewohnheit den Hauptaltar in Richtung Osten auszurichten. Man kann also durchaus von einer Apsisostung sprechen. Freilich lagen die wenigsten Kirchen exakt auf der West-Ost-Achse.

Im 6. Jh. setzte sich die Bauform von gewölbten Zentralbauten durch, die die Langhaus-Bauform der römischen Basiliken allmählich ersetzten und sich als „Kreuzkuppelkirche“ in der Architekturterminologie etabliert hatten. Bei vielen erhaltenen Bauwerken ist die Grundform eines griechischen Kreuzes erkennbar. Der oftmals quadratische Mittelteil (Naos) der Kirche wurde von einer Hauptkuppel bekrönt, die Kreuzarme wurden von kleineren Kuppeln überwölbt. An die Apsis schlossen im Osten gewöhnlich Nebenräume an, die sich bereits im Altarraum (Bema) befanden.  Im oft dreiteiligen Altarraum befand sich die Prothesis, ein Raum für die Ankleide der Priester, und ein Diakonikon, wo die Gewänder und das Kultgerät aufbewahrt wurde. Beide sind oft als eigene gewölbte Räume ausgestaltet. Der Naos wurde im Süden und Norden oft von weiteren Nebenräumen flankiert. Die Frauengalerien befanden sich oft im Obergeschoss. Im westlichen Kirchenraum war oft ein Narthex vorgelagert, der oft als Grablege für die Stifterfamilie der Kirche fungierte. Eine orthodoxe Kirche benötigte keine prächtig ausgestalteten Chöre. Das wichtigste Merkmal einer orthodoxen Kirche ist die Ikonostase, eine geschlossene Bilderwand, die in der byzantinischen Kirche Naos von Bema trennte. Hierbei sei noch angemerkt, dass der Altarraum oft auch durch eine Erhöhung des Bodenniveaus abgetrennt wurde. In Zentralbauten wurde der Altarraum, entgegen der architektonischen Logik, an die dem Eingang gegenüberliegende Wand oder in die angefügte apsidale Ausbuchtung gerückt, um für die Gemeinde Platz zu schaffen.

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