Wie lange existiert diese Burg schon?

Ricardo Dahdal

Wissenswertes

Die Geschichte des Renaissanceschlosses Schallaburg lässt sich bis ins 12. Jh. nach Chr. zurückverfolgen. Das Schloss in seiner heutigen Form wurde im Jahr 1570 von einer Burg zum Renaissanceschloss ausgebaut.

Anlässlich einer Schenkung Kg. Arnulfs an das Kloster Kremsmünster 888/89 begegnet erstmals der Fluß "scalaha", es ist jedoch zweifelhaft, ob diese Quelle hierher bezogen werden kann. Seit dem 9./10. Jh. befand sich das Gebiet zwischen Melk und Pielach geschlossen im Besitz der Sieghardinger. Dafür prägte die moderne Geschichtsschreibung den Namen „Pielachgau“, diese topographische Bezeichnung („pago Pielahe“) erscheint 1043 anlässlich einer kaisl. Schenkung an den Babenberger Mgf. Adalbert I. Konkrete schriftliche Quellen zur Schallaburg sind ab/nach der Wende zum 12. Jh. bekannt. Der 1104 in Regensburg erschlagene Sieghard IX., der zuvor als Gf. v. Pongau, Chiemgau und Tengling auftritt, nennt sich erstmals nach Burghausen und Schala. Bislang wird die Errichtung der Burg aber seinem Sohn, dem zwischen 1104 und 1142 in den Quellen genannten Sieghard X. zugeschrieben. Die Gfn. v. Schala sind in zahlreichen Urkunden vertreten. Die nach Schala benannte Linie stirbt bereits 1192 mit Sieghard XI. aus. Die Besitznachfolge wirft bis heute Fragen auf, während der große Besitz an Hzg. Leopold V. fällt, finden sich neben den Landesfürsten auch die Peilsteiner – die 1218 erloschene Nebenlinie der Gfn. v. Burghausen-Schala – und die Gfn. v. Plain als Besitzer der Schallaburg. Mglw. führten die unterschiedlichen Besitzansprüche schon damals zu einer Teilung der Hft., denn später ist eine Hälfte ldfl. Lehen, die andere Hälfte ist freies Eigen. Einer dieser Anteile ist ab 1242 im Besitz der Ottensteiner. In diesem Jahr erscheint die Burg als „castrum“. Kurze Zeit später sitzen verm. bereits die Zelkinger auf der Schallaburg, als 1286 Hzg. Albrecht I. Otto v. Zelking mit der Burg belehnt, wird noch definitiv zwischen beiden Besitzanteilen unterschieden. Ab dieser Zeit erscheinen Burggfn., als erster 1282 ein Friedrich v. Melk. 1456 kommt der Besitz im Erbweg an die Losensteiner. Hans Wilhelm v. Losenstein errichtet ab ca. 1570 den Renaissancebau. 1624/27 gelangt das Schloss, nun freies Eigen, an Georg v. Stubenberg, 1651 an die Frhn. v. Eibeswald, 1662 an die Kletzel v. Altenach. Im 18. Jh. kommen die Frhn. v. Tinti in den Besitz, erst 1940 folgen die Frhn. v. Nagl-Dvornik. Die russische Besatzung ab 1945 verwüstet den Bau, auch die Besitzverhältnisse zwischen 1955 und 1965 fördern den Verfall. 1965 gelangt das Schloss an die Republik Österreich, 1968 an das Land Niederösterreich, das den Bau bis 1974 unter beträchtlichem Aufwand durchgreifend restauriert und revitalisiert.

Quelle: http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/result/burgid/1065

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