Wird das Thema "Hesychastischer Streit" bzw. Gregorios Palamas überhaupt angesprochen, irgendwie angedeutet...? Es hat - meiner Einschätzung nach - eine wesentliche Rolle bei den Versuchen der Annäherung im 14. Jh gespielt (Konzil Ferrara-Florenz).

Dr. Vasile Ciobanu

Alltag & Religion

Im Glossar des Ausstellungskatalogs gehören Hesychasmus und Palamismus zu den ca. 70 erklärten Begriffen. Gregor Palamas (ca. 1296-1359) war Athosmönch und der einflussreichste Theologe der spätbyzantinischen Zeit. Im Sinne der orthodoxen Heilslehre, welche die ‘Einheit mit Gott’ (theiosis) als Ziel des menschlichen Lebens sieht, war Palamas ein wichtiger Proponent des Hesychasmus (Griechisch ‘hesychia’=’Stille’). Die mystische Einheit mit Gott wurde mit dem Licht der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor verglichen (siehe dazu die Mosaik-Ikone aus Konstantinopel von ca. 1200 in Raum XV) und durch spezielle Gebetspraktiken angestrebt, wie sie im byzantinischen Möchtum schon seit Jahrhunderten bekannt waren und besonders in der Spätzeit unter Athosmönchen praktiziert wurden.

Palamas’ Ansichten und sein umfangreiches theologisches Schriftum wurden insbesondere durch den Mönch Barlaam von Kalabrien (ca. 1290-1348) heftig kritisiert, der beim Konzil von Avignon anwesend war, dort zum Katholizismus konvertierte und später der Griechischleher des italienischen Dichters Petrarca wurde. Zu Palamas’ Anhängern zählte Kaiser Johannes VI. Kantakuzenos (ca. 1295-1383). Das Porträt des Kaisers ist in dem von ihm verfassten Geschichtswerk in Raum XVIII zu sehen, wie er den Vorsitz der Synode von 1351 führt, bei welcher der Palamismus offiziell bestätigt wurde.

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