Wie (mit welchem Material) wurden die Mauern damals gebaut?

Christine

Wissenswertes

Die byzantinische Architektur ist im Grunde genommen eine Fortsetzung der römischen Architektur. Häufig verwendete man Ziegel und diverse Arten von Stein wie Granit, Kalkstein, Marmor, Schiefer oder Gneis. Als Bindemittel griff man in Byzanz ebenso wie schon im alten Rom auf Mörtel zurück. Zumeist verwendete man hierzu Kalkmörtel, der aus kalkhaltigen Gesteinen wie Kalkstein, Kreide, Marmor oder Dolomit gewonnen wurde. In seiner Produktion war dieser dabei recht aufwendig. Er wurde bei 800 bis 1000 Grad Celsius gebrannt, wodurch er zu Ätzkalk wurde. Danach wurde der gebrannte Kalk mit Wasser gelöscht, wodurch er durch das Erhitzen zu Baukalk zerfiel. Ohne das Beimengen von gebranntem Ton oder Ziegelstaub entstand der Luftkalk, der durch das Kohlendioxid in der Luft aushärtete. Durch die Zugabe von Puzzolanen konnte der Mörtel auch unter Wasser aushärten. Dieser Kalkmörtel, den man in der Spätantike als „opus caementitium“ bezeichnete, ist vergleichbar mit unserem heutigen Betongemisch. Gebrannt wurde der Mörtel in speziellen Kalköfen. Der Mörtel der Hagia Sophia besteht größtenteils aus Seesand, Kalk und zerstampften Ziegeln. In Byzanz nannte man die zerstampften Ziegel und Tonscherben auch „Keramatos“.  Bei Zisternen verwendete man für das Mörtelgemisch auch Haare, Baumwolle und Leinöl. Statt Kalkmörtel verwendete man auch lehmiges Erdmaterial als Bindemittel.

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