Was für einen Stellenwert hatten die Frauen in der byzantinischen Welt?

Schild-Burggasser

Alltag

Mit der Erforschung der Stellung der Frau im Byzantinischen Reich haben sich mittlerweile einige Forscherinnen und Forscher beschäftigt. Prinzipiell kann das Leben und die Stellung einer byzantinischen Frau mit einer römischen Frau gut verglichen werden. Für die christlichen und frommen Byzantiner galt ein Leben im Kloster als höchstes Ideal. Der Eintritt von Frauen in Klöster und deren Leben als fromme Nonnen ist zum Teil recht gut belegt. Oft traten Frauen schon als junge Mädchen in Klöster ein. Manchmal entschieden sich aber auch verwitwete Frauen für ein Leben im Kloster, nicht selten waren darunter auch Kaiserinnen, die zum Teil selbst als Stifterinnen von Klöstern hervortraten. Prinzipiell konnten Frauen in der orthodoxen Kirche keine Ämter ausführen. Im Kloster konnte eine Frau allerdings als Äbtissin eine leitende Funktion ausführen. Es gibt auch Quellen, die Frauen als Diakonissen belegen. Man muss allerdings davon ausgehen, dass ein Großteil der Byzantinerinnen Ehefrauen und Mütter waren. Hier ist das Leben von Frauen in der gehobenen Gesellschaft besser dokumentiert. Das Gesellschaftsbild sah vor, dass eine verheiratete Frau den Haushalt mit Bedacht und Fürsorge zu führen hatte und sich fromm verhielt. Zudem war ihre Aufgabe das Hauspersonal zu führen und die Kindererziehung zu übernehmen. In noblen Häusern lebten Frauen in eigenen Frauentrakten. Für tasächliche Hausarbeit gab es Bedienstete. Das Haus hat eine noble Byzantinerin möglicherweise nur mit einem Schleier verlassen und auch nur um ein Badehaus zu besuchen oder einem Gottesdienst beizuwohnen. Für Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen stellte die Bereitstellung der Mitgift für die Eltern oft ein großes Problem dar. Oftmals traten Frauen aus ärmlichen Verhältnissen daher in Klöster ein. Es gibt aber auch Belege von Frauen, die als Hebammen, Erzieherinnen, Köchinnen, Bedienerinnen und Wäscherinnen gearbeitet haben. In Konstantinopel sind zudem auch Arbeiterinnen im Textilsektor belegt; darunter finden sich Spinnerinnen, Weberinnen, Wollkämmerinnen. Wenn Frauen in den genannten Bereichen keine Arbeit fanden und auch nicht einem Kloster beitreten wollten, mussten sie sich als Prostituierte, Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Akrobatinnen verdingen. Gerade diese Berufe galten allesamt als verrucht und waren gesellschaftlich nicht angesehen.

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