Ich habe gelesen, dass eines der wertvollsten Objekte des Kunsthistorischen Museums in Wien, die sog. Gemma Augustea ist. Dieser Kameo soll auch in Konstantinopel gewesen sein. Wie kam der dorthin?

Dagmar

Wissenswertes

Erstmals erwähnt wird die Gemma Augustea (Antikensammlung, IXa 79) im Jahr 1246 im Inventar der Abtei von St. Sernin in Toulouse. Über die Jahrhunderte hinweg entstand auch die Legende, dass Josua den Kameo in der äthiopischen Wüste gefunden hätte, wonach er diesen nach Jerusalem gebracht haben soll, wo dieser mit der Kreuzigung Christi gesprungen sein soll. Karl der Große soll den Kameo als Pektorale, als Brustschmuck, getragen haben. Danach soll er den Kameo nach seiner Rückkehr von seiner Reise nach Jerusalem der Abtei St. Sernin geschenkt haben.

Entstanden ist der Kameo allerdings in der Regierungszeit von Kaiser Augustus, vermutlich als kaiserliche Auftragsarbeit. Es stimmt, dass sich die Gemma Augustea zunächst in Rom befand. Zur Wanderung dieses beeindruckenden Objekts gibt es unterschiedliche Theorien: Die eine Theorie besagt, dass die Gemma Augustea nach der Gründung Konstantinopels aus Rom nach Konstantinopel überführt wurde. Möglicherweise gelangte dieser Kameo auch im Zuge eines diplomatischen Austausches zwischen Kaiser Alexios I. Komnenos (reg. 1081 – 1118) und dem Grafen von Toulouse, Raymond des Saint-Giles (reg. 1093–1105) nach Toulouse. Eine andere Theorie besagt, dass dieser Kameo Teil der Beute der Plünderung Konstantinopels im Jahr 1204 war und so nach Frankreich gelangte.

Im 16. Jahrhundert kam die Gemma Augustea in den Besitz von König Franz I. (reg. 1515 – 1547), der sie nach Paris überführte. In den Religionskriegen wurde diese allerdings gestohlen und nach Venedig überführt. Dort tauchte sie auf dem Kunstmarkt auf, wo Kaiser Rudolf II. (reg. 1576–1612) den Kameo für seine Prager Schatzkammer im Jahr 1600 um den stolzen Preis von 12.000 Golddukaten erwerben ließ.

 

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