Ich wollte fragen was das Elfenbein der Wikinger damals wert war. Sprich, wie viel hat man für 1kg Elfenbein bekommen? Oder wie wurde getauscht? Was wollten die Wikinger dafür haben?

Alex Pintilie

Handel & Seefahrt

Wenn es sich um Elfenbein handeln soll, das die Wikinger nach Konstantiopel vermittelt haben, kann es sich eigentlich nur um Walrosszahn handeln. Wieviel das Wert gewesen sein könnte, kann man so nicht sagen.

Allerdings konnte man zum Elfenbein, das ein paar Jahrhunderte früher (4./5. bis 7. Jh.) vom Mittelmeerraum bzw. Konstantinopel aus in den Westen gebracht wurde, mittlerweile einiges durch jahrelange Forschung herausfinden: Für den Zeitraum zwischen dem 4. und 6. Jh. hat Anthony Cutler der Annahme widersprochen, Elfenbein sei besonders selten, kostbar und teuer gewesen. Der Ansatzpunkt war das unter Diokletian erlassene Preisedikt von 301 n. Chr., das den finanziellen Kollaps des Römischen Reiches aufhalten sollte, indem es Maximalpreise für bestimmte Waren festsetzte. Das römische Pfund Elfenbein sollte demnach 150 denarii kosten – was das Elfenbein relativ günstig erscheinen lässt, denn die gleiche Menge Seide war z. B. 24-mal teurer. Auch wenn dieser Preis besonders niedrig gewählt wurde (da es sich ja um ein Edikt handelt, das der Inflation Einhalt gebieten sollte) und dieser Wert keinesfalls direkt ins 5. und 6. Jh. übertragen werden darf, so kann er aber laut Cutler als Beginn eines Trends aufgefasst werden, der sich in der Spätantike entwickelte. Darüber hinaus, weisen sowohl die Anzahl als auch die zunehmende Größe der erhaltenen Elfenbeinarbeiten des 4. bis 6. Jhs. auf eine große Menge vorhandenen Rohmaterials hin, was bei einer extrem kostbaren Ware nicht zu erwarten wäre. Auch wenn die ursprüngliche Schätzung von Richard Delbrueck , vom 4. bis 6. Jh. könnten „Hunderttausende“ Konsulardiptychen hergestellt worden sein, vielleicht zu hoch gegriffen ist, kann aber davon ausgegangen werden, dass sowohl Diptychen als auch Pyxiden in Serie hergestellt worden sind  – was nicht dem Umgang mit einem Luxusgut entspräche. Vor diesem Hintergrund wird vielleicht auch verständlich, warum im 6. und 7. Jahrhundert elfenbeinerne Ringe in unterschiedlicher Funktion in der weiblichen Kleidung vom langobardischen Norditalien bis ins angelsächsische England doch in beträchtlicher Anzahl verbreitet gewesen sind.

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