Wieso hat Konstantinopel nach anfänglichen Versuchen die Christianisierung Böhmens und Mährens Rom überlassen?

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Geschichte

Die Mission des Kyrill und Method ab 863/864 im Großmährischen Reich stieß von Beginn an auf den Widerstand dort bereits tätiger westkirchlicher Kleriker als Vertreter der benachbarten Bistümer Salzburg und Passau, die um ihre Macht im Grenzraum des fränkischen Reiches fürchteten. Die großmährischen Fürsten hatten aber deshalb auch um Missionare aus Konstantinopel gebeten, um den kirchlichen Einfluss des Nachbarn nicht zu groß werden zu lassen. Mit ähnlichen Hoffnung suchte der um dieselbe Zeit nach byzantinischem Ritus getaufte Herrscher der Bulgaren Boris-Michael den Kontakt zum Papst in Rom, um den Einfluss Konstantinopels zu schwächen. 867 reisten Kyrill und Method nach Rom, wo einer Lösung des Konflikts in Mähren möglich schien; allerdings verstarb Kyrill dort 869. Method und seiner Schüler wurden nach ihrer Rückkehr nach Mähren 870 auf Betreiben der lokalen Bischöfe sogar gefangengenommen und in Klosterhaft gehalten. Nach seiner Freilassung setzte Method die Bemühungen um eine eigenständige mährische Kirche, der alternativ zu Latein auch das Kirchenslawische als Liturgiesprache erlaubt sein würde, fort. Doch wurden die meisten seiner Schüler nach seinem Tod 885 aus dem Mährischen Reich vertrieben, das fest in die westkirchlichen Strukturen eingegliedert wurde. Zuflucht fanden viele der Schüler Methods aber im Bulgarenreich, das sich wiederum nun eindeutig an die byzantinisch-orthodoxe Tradition angeschlossen hatte. Gewissermaßen setzte sich also jeweils die „Logik“ der geographischen Nähe durch.

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