Welche Sportarten waren im alten Byzanz bekannt bzw. verbreitet?

Bane

Alltag

Das christliche Byzanz hatte die Olympischen Spiele und andere Sportwettbewerbe verboten, da man diese mit den heidnischen Kultstätten in Verbindung brachte. Dennoch war eine der beliebtesten Sportarten im Byzantinischen Reich: das Pferderennen. Man kann also schon davon sprechen, dass das Hippodrom bis zur Eroberung Konstantinopels gewissermaßen soziales Zentrum in Konstantinopel war. Im Hippodrom fanden schließlich nicht nur Wagenrennen statt, es kam ebendort auch zu Kaisererhebungen, Verurteilungen und Hinrichtungen. Bereits als Konstantin der Große seine neue Residenzstadt im Jahr 330 einweihte, soll dies mit mehrtägigen Wagenrennen zelebriert worden sein. Bis zu 20 Mal im Jahr gab es im Hippodrom groß angelegte Sportveranstaltungen und – wettbewerbe. Oft fanden diese an kirchlichen oder staatlichen Feiertagen statt. Das Hippodrom in Konstantinopel existiert in seiner u-förmigen Bauweise seit dem 2. Jh.und wurde dabei dem Circus Maximus in Rom baulich nachempfunden. Hier traf das einfache Volk auf seinen Kaiser, der von einer Loge (kathisma) aus das ganze Geschehen überblicken konnte. Ein klassischer Renntag begann bereits am frühen Morgen. An einem Tag fanden an die 25 Rennen statt, ehe der Sieger am Abend gekürt wurde. Man muss sich ebenso vor Augen führen, dass manche Wagenlenker wie Fußballstars heutzutage gefeiert wurden. Das Hippodrom von Konstantinopel konnte an die 50.000 Zuseher fassen. An einem Wagenrennen nahmen vier bis zwölf Wagen teil. Organsiert waren die Wagenlenker in eigenen Verbänden, den so genannten Zirkusparteien, welche aufgrund ihrer großen Fangemeinden oftmals auch politischen Einfluss haben konnten. Im nördlichen Bereich des Hippodroms waren Startboxen (carceres) installiert. Kaum als das Startsignal ertönte, startete auch schon das Rennen und die Wagenlenker stürmten mit ihren Wagen, die jeweils von vier Pferden gezogen wurden (Quadriga), die Rennbahn. Ein Rennen bestand aus sieben Runden. Wie lange diese Rennen in Konstantinopel üblich waren, kann leider nicht genau rekonstruiert werden. Fakt ist, dass neben den Wagenrennen auch Tierkämpfe und Ritterturniere nach westlichem Vorbild durchgeführt wurden. Allerdings war das Hippodrom in spätbyzantinischer Zeit nur noch selten Schauplatz für Sportveranstaltungen. Es wurde da vor allem für das kaiserliche Zeremoniell und öffentliche Strafmaßnahmen und Hinrichtungen genutzt.

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