Wie lange dauerte die Reise von Wien nach Konstantinopel plus Hochzeit? Und wie viele Gefoglsleute und Diener waren unterwegs?

Sylvia und Georg Wielander

Wissenswertes

Leider liefern uns die historischen Quellen gerade zu diesen Aspekten der beiden Hochzeiten zwischen Babenberger-Herzögen und byzantinischen Prinzessinnen (Heinrich II. Jasormigott und Theodora Komnene 1148 sowie Leopold VI. und Theodora Angela 1203) keine Informationen.

Zu den Reisezeiten zwischen Konstantinopel und Wien können wir aber zumindest Angaben aus anderen Berichten heranziehen: die schnellste Reiseoption hätte eine Seefahrt von Konstantinopel an einen Hafen an der oberen Adria (etwa Venedig) mit einer Reise weiter zu Land über die Alpen nach Wien kombiniert. Unter optimalen Bedingungen (gutem Wetter, schnellen Schiffen und Reittieren) wäre eine solche Reise im Sommer in ca. 40 Tagen zu bewältigen gewesen. Führte die Reise hingegen nur über Land von Konstantinopel quer über die Balkanhalbinsel via Sofia und Belgrad und dann weiter durch Ungarn bis nach Wien, ist mit ca. 60 Tagen (unter besten Bedingungen) oder mehr (bis zu drei Monaten) zu rechnen.

Zum Gefolge, das byzantinische Prinzessinnen zu ihren ausländischen Ehepartnern begleitete, finden wir Angaben zeitnah zu den babenbergischen Hochzeiten etwa für Maria, eine Nichte des Kaisers Manuel I. Komnenos, die 1167 König Amalrich I. von Jerusalem heiratete, oder für Eudokia, eine weitere kaiserliche Nichte, die 1170 mit einem mächtigen römischen Adeligen verehelicht wurde. Beide wurden durch zwei oder drei hochgestellte Würdenträger des kaiserlichen Hofes und auch einen Dolmetscher begleitet; dazu kam sicher eine größere Zahl weitere Amtsträger, Soldaten (zum Schutz), Diener und Dienerinnen – die Quellen interessieren sich allerdings nur für die höchstrangigen Mitglieder dieser Gesandtschaften und nennen die weiteren Personen nicht. Erwähnung finden dafür die wertvollen Geschenke und die reichhaltige Mitgift (in einem Fall ist die Rede von 100 000 Goldmünzen), die diese Prinzessinnen mitbrachten. Dass dies auch für die zwei „österreichischen“ Hochzeiten zutraf, können wir allerdings nur vermuten.

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