Gab es Herrschaftssymbole, die der Westen von Byzanz übernommen hat und umgekehrt?

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Kaiser

In puncto Herrschaftssymbole war Byzanz lange Zeit das Richtmaß für die Herrscher des Westens, auch wenn man betonen muss, dass es in beiden Welten lange Zeit keine einzigartigen Insignien gab (die "eine" Krone, das "eine" Szepter) - es ging nur darum, sich mit Gegenständen aus gewissen Kategorien zu schmücken. Insignien wie Diadem/Krone, Szepter und Feldherrenmantel stammen aber noch aus der "gemeinsamen" Tradition des spätantiken Kaisertums, d.h. es ist nicht klar, ob sie im Westen aus alten Darstellungen übernommen wurden oder über byzantinische Vermittlung in den Westen kamen. Der Globus mit aufgesetztem Kreuz ("Reichsapfel") wiederum ist auf byzantinischen Münzen schon früh belegt, aber wir wissen nicht, ob er auch als reales Objekt existierte. Im Westen ist er als solches ab dem 10. Jahrhundert belegt und könnte von den byzantinischen
Münzdarstellungen inspiriert gewesen sein. Überhaupt gab es gerade im 9. und 10. Jahrhundert Phasen starker Anlehnung an byzantinische Gewohnheiten bei der Gestaltung von Siegeln und Urkunden (etwa die Imitation der roten Kaiserunterschrift durch Karl den Kahlen, ausgestellt in Raum 8 in dieser Ausstellung).

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