Warum wird das griechische Feuer nicht erwähnt?

Walter Sandtner

Ausstellung

In der Ausstellung "Das goldene Byzanz und der Orient" im Jahr 2012 gab es sogar ein Modell einer griechischen Dromone, eines Kriegsschiffes, zu besichtigen. Diese Kriegsschiffe waren ausgestattet mit einer Art Flammenwerfer - eben diesem griechischen Feuer (hygron pyr, bedeutet eigentlich "flüssiges Feuer"). Da man sich bei der heurigen Ausstellung "Byzanz & der Westen" nicht wiederholen wollte und konnte, fand dieses Kriegsschiffmodell und die Thematisierung des griechischen Feuers nicht extra Eingang in die Ausstellung.

Das griechische Feuer ist aber in der Tat eine technische Errungenschaft, mit der die Byzantiner auch heute noch gerne in Verbindung gebracht werden.

Zwischen 674 und 678 belagerten muslimische Truppen samt einer starken Flotte sogar Konstantinopel und konnten nur durch den Einsatz von „griechischem Feuer“ zurückgeworfen werden.
Kaiser Leon VI. (886 - 912) gibt zur Verwendung des griechischen Feuers in seinem Militäthandbuch (Taktika, Kapitel 19,6) folgende Anweisungen:
"Der Kapitän soll den, wie üblich, mit Bronze ummantelten Siphon vorne am Vorderdeck haben; durch ihn wird das künstliche Feuer gegen die Feinde abgeschossen. ... Man soll auch die andere Methode der von Hand aus abzuschießenden kleinen Siphone anwenden, die hinter den eisernen Schilden von den Soldaten getragen werden, die von unserer Majestät kürzlich entwickelt wurden; man nennt sie Handsiphone. Auch sie sollen nämlich das künstliche Feuer gegen die Kriegsgegner schleudern." (aus: J. Koder: Die Byzantiner. Kultur und Alltag im MIttelalter. Böhlau: Wien, u.a. 2016, 131)

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