War das Bekenntnis Konstantins des Großen zum Christentum politisch motiviert oder waren es persönliche Glaubensmotive?

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Kaiser

Konstantin der Große war äußerst bedeutend, er war der Gründer Konstantinopels und ein Wegbereiter des Christentums. Er war der der erste römische Kaiser, der das Christentum gefördert und bekräftigt hat. Zwar bestanden die spätantiken römischen Strukturen fort, aber im Selbstverständnis der Byzantiner sah man die die Regierungszeit Konstantins I., des Großen (306-337) doch als den Beginn einer neuen Ära an. Sein Bekenntnis zum Christentum wirkt sehr politisch. Wäre er aber persönlich nicht davon überzeigt gewesen, wäre es vermutlich auch schwer umzusetzen gewesen.

Der byzantinische Kaiser hatte zunächst dieselbe Bedeutung inne wie der römische Imperator. Im byzantinischen Selbstverständnis beharrte man auf der Kontinuität in der Nachfolge von Caesar und Augustus zu stehen. Unvereinbar mit der christlichen Ideologie war aber das Selbstverständnis und die Gleichsetzung des Kaisers mit Gott. Hier ist dem Bischof Eusebios von Caesarea im 4. Jahrhundert eine neue Definition der Kaiserwürde gelungen: Konstantin wurde von Gott berufen, um als Kaiser und Diener Gottes auf Erden zum Schutz des Christentums zu herrschen. Es etablierte sich somit der Glaube an das Gottesgnadentum in der byzantinischen Kaiserideologie.

Ob eine Taufe Konstantins am Totenbett tatsächlich so stattgefunden hat, wird in der Wissenschaft heftig diskutiert. Eine späte Taufe war zumindest in der Anfangsphase des Christentums nicht unüblich, zumal man somit möglichst sündenfrei sterben konnte und zuvor keinen Zwängen unterworfen war.

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